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BAQ –Bedarfsgerechte Anpassungsqualifizierung: Lernen nach Maß

baq_webIn Sachsen gibt es einen Bedarf an beruflichen Qualifizierungen für zugewanderte Migrantinnen und Migranten. Das wurde beispielsweise im Zuge der Beratungsarbeit von IBAS deutlich: Vor allem für Drittstaatsangehörige, in deren Anerkennungsverfahren oft wesentliche Unterschiede zum deutschen Referenzberuf festgestellt werden, fehlen Anpassungsqualifizierungen zur Vorbereitung auf Kenntnis- oder Eignungsprüfungen. Und: Vorhandene Angebote sind meist als Vollzeitmaßnahme über mehrere Monate angelegt, sodass viele Weiterbildungsinteressierte aus finanziellen oder familiären Gründen nicht teilnehmen können. So bleiben Kompetenzen ungenutzt – ausländische Fachkräfte werden unter ihrem Qualifikationsniveau eingesetzt oder sind arbeitslos.

Die DAA ● Deutsche Angestellten-Akademie GmbH will Situationen wie diese durch das IQ Projekt BAQ verbessern. Dabei soll der Fokus auf Qualifizierungen für Berufe liegen, in denen ein besonderer Bedarf besteht. In Sachsen ist das beispielsweise für den Bereich Gesundheit/ Soziales, zu dem die Berufe Altenpfleger/in, Erzieher/in und Lehrer/in gehören, der Fall. Daher analysieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Projekts zunächst die aktuelle Situation der Anpassungsqualifizierung. Dabei wird auch auf Daten der IBAS und der zuständigen Stellen für Anerkennung sowie die Ergebnisse der Unternehmensbefragungen zurückgegriffen. Anschließend sollen identifizierte Angebotslücken gefüllt und vorhandene Qualifizierungsangebote bei Bedarf optimiert werden. Bei der Konzipierung und Optimierung dieser Angebote ist zu beachten, dass Zugewanderte eine abzulegende Abschlussprüfung bestehen bzw. wesentliche Unterschiede zum deutschen Referenzberuf ausgleichen müssen, um eine volle Anerkennung zu erhalten. Auch sprachliche Anforderungen werden im Zuge der Qualifizierungen berücksichtigt. Last but not least gilt es, die entscheidenden regionalen Akteure dafür zu gewinnen, dass für die angebotenen Maßnahmen adäquate Finanzierungsmöglichkeiten existieren – damit eine Teilnahme nicht mehr aus finanziellen Gründen scheitert.

Zur Optimierung des Angebots an Qualifizierungen werden folgende Aktivitäten umgesetzt:

  • Für bereits vorhandene Qualifizierungsansätze werden die Ergebnisse aus der Analyse zu Bedürfnissen von Migrantinnen und Migranten dazu genutzt, Konzepte zu erarbeiten, um die Maßnahmen bedarfsgerecht zu gestalten. Dabei muss es gelingen, sowohl die Anforderungen der zuständigen Stellen für Anerkennung durch die Qualifizierung zu erfüllen, als auch die fachlichen und sprachlichen Voraussetzungen sowie die finanzielle und familiäre Situation der Teilnehmenden zu berücksichtigen. Aufgrund der aktuellen Arbeitsmarktsituation im Freistaat Sachsen wird der Fokus zunächst auf Qualifizierungen von medizinischem Personal, Altenpflegerinnen und Altenpflegern, Pflegehelferinnen und Pflegehelfern, Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern wie auch von Erzieherinnen und Erziehern gelegt.
  • Für Berufsbereiche, in denen noch keine Qualifizierungsangebote existieren, werden neue Konzepte entwickelt und mit der zuständigen Anerkennungsstelle abgestimmt. Entscheidende Parameter für die Umsetzung sind der Bedarf von Arbeitgebern und Anerkennungsstellen, die finanzielle Machbarkeit für Bildungsträger bzw. Migrantinnen und Migranten sowie die strukturellen und gesetzlichen Grundlagen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DAA übernehmen neben der Entwicklung von Curricula auch die Abstimmung mit allen relevanten Institutionen, die für die berufliche Qualifikation und die Prüfungsabnahmen in Deutschland zuständig sind.

Ziel ist in beiden Fällen, die Qualifizierungsangebote auf möglichst lange Sicht anzulegen.

 

>> Präsentation BAQ – DAA

DAA – BAQ

http://www.daa-dresden.de/projekte/bezeichnung/integration-durch-qualifizierung-3.html