QAP

QAP – Qualifikationsanalyse Praktisch: Handwerkskammern und Handwerksunternehmen sensibilisieren

qap_webDie Handwerkskammer zu Leipzig (HWKL) ist in Sachsen eine von drei zuständigen Stellen für die Anerkennung ausländischer Qualifikationen im Handwerk. Bei der Bearbeitung von Anträgen auf Anerkennung hat sie festgestellt, dass Antragsunterlagen oft unvollständig und sonstige Dokumentationen über die Kenntnisse und Fertigkeiten nicht aussagefähig genug sind. Deshalb will die HWKL mit QAP die wenig bekannte Qualifikationsanalyse (QA) vor allem in den am stärksten nachgefragten Berufen den Unternehmen, den anderen sächsischen Handwerkskammern und den Antragstellenden nahebringen. Eine Qualifikationsanalyse soll den Kenntnisstand des Antragstellers in den Lernfeldern klären, wo er Kenntnisse nicht anderweitig nachweisen kann. Sie endet mit einer Kenntniseinschätzung, die bei der Gleichwertigkeitsprüfung des Anerkennungsverfahrens berücksichtigt wird, stellt aber keine staatlich anerkannte Prüfung dar. Das Projekt QAP kooperiert mit dem bundesweit tätigen Projekt Prototyping und orientiert sich an dessen Leitfaden, den Handlungsempfehlungen und am Modell für das Musterverfahren. Allerdings erlaubt die Situation in Sachsen nicht, bis Projektende zu warten und erst ab 2015 Qualifikationsanalysen im Freistaat einzuführen.

in Handwerksberufen führt dazu, dass Unternehmen bereits jetzt Migrantinnen und Migranten direkt als Hilfskräfte einstellen, sodass Anerkennungsverfahren zur langfristigen Sicherung qualifikationsadäquater Beschäftigung in den Hintergrund geraten. Hingegen steigt die Zahl der zugewanderten Beschäftigten, die ohne formale Anerkennung ausländischer Qualifikationen auf Helferniveau arbeiten. Handlungsbedarf existiert auch bei zuständigen Stellen – dort werden Anerkennungsverfahren eher ohne Qualifikationsanalysen durchgeführt, weil das Instrument unbekannt und unerprobt ist. Deshalb erscheinen sowohl eine Sensibilisierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Handwerkskammern Sachsens für die Bedeutung der QA als auch Informationen über die Bedeutung von Anerkennungsverfahren und QA gegenüber Handwerksunternehmen als Arbeitgebende notwendig.

Aktuell gibt es noch mehr Fragen als Antworten zur Qualifikationsanalyse: Wie baue ich die QA auf? Wo führe ich sie durch? Wo finde ich Experten zur Durchführung? Wie lange sollte eine QA dauern? Wie hoch sind die Kosten?

Es gibt Vorbehalte, beispielsweise, dass eine QA zu teuer für Antragstellende sei, zumal nicht vorhersehbar ist, ob deren Ergebnisse überhaupt eine positive Auswirkung auf die Gleichwertigkeitsprüfung bzw. auf Bewerbungen bei Arbeitgebern haben. Die Projektmitarbeiterin bei der HWKL wird daher zunächst zur QA-Beauftragten für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung der QA qualifiziert.

Das Projekt zielt darauf ab, allen Antragstellerinnen und Antragstellern bei Bedarf ein schnelles und effizientes Verfahren zur Qualifikationsanalyse anbieten zu können und es in allen Kammerbezirken im südlichen Ostdeutschland bekannt zu machen. Zudem wird darauf hingearbeitet, dass die Kosten für eine QA aus dem Vermittlungsbudget von Agenturen für Arbeit und Jobcentern übernommen werden – sofern die Fördervoraussetzungen vorliegen. Ein direkter Austausch zwischen zuständiger Stelle und Arbeitsverwaltung hat sich diesbezüglich als vorteilhaft erwiesen.

HWK – QAP

http://www.hwk-leipzig.de/3,0,5995.html

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