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VISS – Verbleibspotenzial internationaler Studierender in Sachsen: Akademiker für Sachsens Wirtschaft

viss_webÜber 10.358 internationale Studierende mit ausländischem Hochschulzugangszeugnis (sog. Bildungsausländer), wurden im Wintersemester 2011/2012 in Sachsen vom Statistischen Bundesamt erfasst, damit beträgt ihr Anteil etwa neun Prozent von allen Studierenden im Freistaat. Anders als bei der Verteilung im Bundesdurchschnitt kommen die meisten internationalen Studierenden in Sachsen aus Österreich (17,9 %), gefolgt von China (15,3 %), Russland (5,4%), Polen (4,2%) sowie Vietnam (3%). Angesichts des Fachkräftemangels hat auch die sächsische Wirtschaft bei ihrer Suche nach benötigten Fachkräften die internationalen Studierenden als potenzielle Beschäftigte entdeckt. Bislang bestehen jedoch erhebliche Unsicherheiten, ob die Interessen der Unternehmen sich mit den Interessen der internationalen Studierenden auch wirklich decken. Es fehlen entsprechende regionalspezifische Erkenntnisse, um seitens der Politik, der Unternehmen, der Verwaltung und der Hochschulen die nötigen Initiativen zu ergreifen.

Das am Herder-Institut der Universität Leipzig angesiedelte Projekt „VISS – Verbleibspotenzial internationaler Studierender in Sachsen“ untersucht die komplexen Prozesse der Bleibeentscheidung und des Arbeitsmarktzugangs internationaler Studierender im Freistaat Sachsen exemplarisch entlang folgender Fragen:

  • Welche Faktoren begünstigen die Entscheidung für den Verbleib, welche erschweren sie?
  • Wie beeinflussen regionale Akteure internationale Studierende und ihre Karriereentscheidungen?
  • Welche Kooperationsformen und „Arbeitsteilungen“ zwischen Politik, Verwaltung, Hochschulen und Unternehmen haben sich entwickelt, um den Verbleib und die Aufnahme einer Beschäftigung zu ermöglichen?

Zugleich soll damit eine Grundlage für die Entwicklung von praxisbezogenen Strategien geschaffen werden, die das Potenzial internationaler Studierender besser ausschöpfen. Inwieweit die Spezifika der sächsischen Wirtschaft und der sächsischen Hochschullandschaft 29 ausschließlich Rückschlüsse auf dieses Bundesland zulassen oder auf andere Länder übertragbar sind, wird ein Abgleich mit entsprechenden IQ-Regionalstudien in Brandenburg, Niedersachsen und dem Saarland Ende 2014 zeigen.

Das Studiendesign gliedert sich in vier Phasen:

  • Anlaufphase (Januar bis April 2013): Aufarbeitung des Forschungsstands, Dokumentenanalyse bezüglich des Ist-Verbleibzustands internationaler Studierender an sächsischen Hochschulen, Kontaktanbahnung, Sicherung des Feldzugangs, Erstellung der Interviewleitfäden.
  • Untersuchungsphase I (Mai 2013 bis September 2013): Interviews mit circa 20 Expertinnen und Experten, Transkription, inhaltanalytische Auswertung.
  • Untersuchungsphase II (Oktober 2013 bis August 2014): Fallstudien zu 20 Studierenden (Drittstaatsangehörige und EU-Bürger) der MINT-Fächer und anderer Studienrichtungen während ihres letzten Studienjahres auf der Grundlage von Tagebuch-Studien und Fokusgruppeninterviews in Verbindung mit konkreten individuellen Unterstützungsangeboten, inhaltsanalytische Auswertung.
  • Abschluss und Transfer (September 2014 bis Dezember 2014): Abgleich mit Parallelstudien in Brandenburg, Niedersachsen und dem Saarland, Experten- und Multiplikatoren-Workshop zur Vorstellung und Reflexion der Projektergebnisse in Kooperation mit den IQ-Partnern aus Brandenburg, Niedersachsen und dem Saarland, Projektbericht mit Handlungsempfehlungen, Ergebnispräsentation auf der VISS-Webseite.

 

>> VISS Abschlussbericht 2014

>> VISS-Zwischenpräsentation -20.01.2014
>> VISS-Zwischenergebnisse -20.01.2014

 

Herder-Institut – VISS

http://www.uni-leipzig.de/~vissprojekt/